Ihr Verkehrssinn ist noch nicht ausreichend ausgeprägt, die Unfallgefahr steigt. Oft kommt es zu spontanen Reaktionen, die Kinder überqueren unvermittelt die Fahrbahn. Für Autofahrer gilt: Sobald Kinder am Straßenrand auftauchen, Fuß vom Gas und stets bremsbereit sein. Besonders an haltenden Schulbussen nur mit äußerster Vorsicht vorbei fahren und jederzeit darauf gefasst sein, dass hinter oder vor dem Bus Kinder auf die Straße stürmen.

Besondere Maßnahmen und Schwerpunktaktionen zur Erhöhung der Schulwegsicherheit sollen zur Entschärfung der Unfallgefahren für Kinder beitragen. An besonders gefährlichen Stellen werden vom ADAC in Zusammenarbeit mit der Polizei in ganz Sachsen-Anhalt Spannbänder aufgehängt, um alle Verkehrsteilnehmer auf den Schulbeginn aufmerksam zu machen.

Laut Statistik ist für Kinder im Auto das Risiko, im Straßenverkehr getötet zu werden, am größten. Immer noch gibt es Eltern, die ihre Kinder unzureichend oder gar nicht gesichert im Auto mitfahren lassen. Laut einer Statistik der Bundesanstalt für Straßenwesen sind Kinder über sechs Jahren nur zu 60 Prozent mit speziellen Kindersit-zen gesichert. Dabei ist gesetzlich vorgeschrieben: Wenn Kinder unter zwölf Jahren bzw. unter 150 cm Größe im Auto mitgenommen werden, müssen sie mit einem "geeigneten Rückhaltesystem" gesichert werden. Nicht vergessen: Wenn die Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden, müssen die Eltern besonders darauf achten, dass die Kinder sich allein anschnallen. Sie sollten rechtzeitig losfahren, damit keine Hektik entsteht. Die Kinder sollten immer an der Fahrbahn abgewandten Seite aussteigen, nicht in Halteverbotsbereichen oder an Zebrastreifen. Es dürfen nicht mehr Personen befördert werden, als mit Sicherheitsgurten ausgerüstete Sitzplätze vorhanden sind.

In erster Linie sind die Eltern gefordert, den sicheren Schulweg mit den Kindern zu trainieren. Damit sich die Kleinen am Straßenrand besser auf die gefährlichen Situationen einstellen können, weisen an markanten Fahrbahnque-rungsstellen in Niedersachsen "Kleine Füße" auf besondere Gefahren hin. Besonders markante Punkte des Schulweges werden durch gelbe Fußabdrücke gekennzeichnet. Diese aufgesprühten Fußstapfen sollen die Kleinen dann sicher zur Schule führen. Gleichzeitig prägt sich der Schulweg durch das "Nachgehen" der Markierungen ein. Nicht immer ist der kürzeste Weg auch der sicherste Schulweg! Denn Unfallursache Nr. 1 ist bei Kindern, die zu Fuß zur Schule gehen, das Überqueren der Fahrbahn.

Dieses bewährte Instrument zur Verkehrssicherheit setzt der ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt gemeinsam mit den Verkehrssicherheitsberatern der Polizei, den Schulen, Eltern und Kindern bereits seit zwölf Jahren zur Schulwegsicherung ein.

Alle 27 Minuten wird auf Deutschlands Straßen ein Kind von einem Auto erfasst - oft deshalb, weil es nicht oder zu spät gesehen wurde. Das will der ADAC mit seiner bundesweiten Aktion zur Verteilung von Warnwesten an Schulanfänger ändern. Zusammen mit "Ein Herz für Kinde" und der Deutschen Post werden zu Beginn der dunklen Jahreszeit, also Ende September, alle Schulanfänger des Jahres 2010 mit einer neu entwickelten, neutralen und werbefreien Sicherheitsweste ausgestattet.

Fast 740.000 Warnwesten für ganz Deutschland wurden extra für die Kinder entworfen, hergestellt und werden dann an über 15.000 Schulen geschickt. Die Post und der ADAC werden dafür sorgen, dass sie rechtzeitig bis zur letzten Septemberwoche eintreffen.