„Langfristige Planungen sind im Theaterbereich jedoch überlebenswichtig, um die Spielorte zu sichern, Künstler zu binden und in den Probenprozess einzusteigen“, weiß Katrin Brademann, Geschäftsführerin des Landeszentrum „Spiel & Theater“ Sachsen-Anhalt e.V. „Ohne die sichere Zusage der Landesförderung erhalten die Freien Gruppen keine Gelegenheit, frühzeitig in die Eigenwerbung einzusteigen, um die nötigen Eigenmittel und Drittmittel, die durchschnittlich 70 % der Gesamtproduktions-kosten ausmachen, einzuwerben.“ Die Freien Theatermacher sind Bestandteil einer ohnehin schon gefährdeten Kultur und Kunstszene im Land. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen, einer Gesamtprojektförderung, die in den vergangenen Jahren ständigen Kürzungen unterlegen war, übernehmen die Freien Theater mit ihren vielfältigen Angeboten Verantwortung und stellen sich den Herausforderungen. Die Forderungen, kreativ und lebendig eine Kulturszene zu schaffen, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig ein interessantes Angebot aufrecht zu erhalten werden mit der Haushaltssperre konterkariert. Mit solchen nicht zielgerichteten Maßnahmen wird Qualität verhindert und Substanz nachhaltig zerstört.

Neben den beim Publikum beliebten Sommertheaterproduktionen Freier Gruppen wie der Magdeburger Theatergruppe Marameo und des Poetenpack e.V. oder auch der Hallenser Gruppe Varomodi ist aufgrund der Haushaltsperre überdies die Sicherung der Arbeit im Bereich Kulturelle Bildung gefährdet. Hier engagieren sich Freie Theaterkünstler besonders im Rahmen des Landeskooperationsprogramms KLaTSch! Kulturelles Lernen an Freien Theatern und Schulen.

Der statistischen Datenerhebung des Landeszentrum „Spiel & Theater“ Sachsen-Anhalt e.V. zufolge, erreichen Freie Theatergruppen in Sachsen-Anhalt jährlich etwa 100.000 Zuschauer aller Altersstufen mit ihren Produktionen.