Es ist das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers im Jahr 1933 wurde im Nationalsozialismus die systematische Vernichtung der jüdischen Bevölkerung geplant und letztendlich auch umgesetzt. Während des Holocausts starben rund sechs Millionen Menschen.
Die Wanderausstellung „Anwälte ohne Recht“, die seit dem gestrigen Mittwoch kostenfrei im Justizzentrum Magdeburg zu sehen ist, befasst sich exemplarisch mit dem Schicksal jüdischer Juristen in der Zeit nach 1933 vom Berufsverbot bis hin zur physischen Vernichtung. Persönlichkeiten der Region werden anhand von Biografien vorgestellt und stehen als Einzelfälle stellvertretend für die Opfer des Nationalsozialismus. Veranstalter sind die Bundesrechtsanwaltskammer und die Rechtsanwaltskammer des Landes Sachsen-Anhalt.
„Wir wollen uns zu dem bekennen, was in den vorherigen Generationen geschehen ist“, begründet Stephan Göcken, Sprecher der Geschäftsführung der Bundesrechtsanwaltskammer den Hintergrund der Ausstellung. „Das Recht ist der Boden der Gesellschaft“, ergänzt der Anwalt. Aber nach 1933 wurde eben dieses Recht als Instrument missbraucht, um den Willen des Führers durchzusetzen. „Das Recht darf nicht der Politik unterworfen sein, sondern umgekehrt“, mahnt Dr. Michael Moeskes, Präsident der Rechtsanwaltskammer Sachsen-Anhalt.
Begleitend zur Ausstellung gibt es ein ausführliches Informationsheft, das in rund zweijähriger Recherchearbeit von Georg Prick entstand. Es kann bei der Rechtsanwaltskammer angefordert werden. Die Ausstellung ist noch fast drei Wochen im Justizzentrum zu sehen, bevor sie am 22. September in Halle und anschließend in Stendal und Dessau gezeigt wird. Zuvor war „Anwälte ohne Recht“ bereits weltweit, beispielsweise in den USA, England, Italien und Israel, sowie national von Rostock und Berlin bis München zu sehen.















Justizministerin Prof. Dr. Angela Kolb, Präsident der Rechtsanwaltskammer Sachsen-Anhalt Dr. Michael Moeskes und Stephan Göcken, Sprecher der Geschäftsführung der Bundesrechtsanwaltskammer (v.l.) eröffneten die Ausstellung „Anwälte ohne Recht“ im Justizzentrum Magdeburg. Foto: Klimek