Die ostdeutsche Künstleragentur hatte den Musiker als „Kämpfer gegen Rassismus“ in den USA eingeladen. Seine Gage übernahm ein umtriebiger Geschäftsmann aus der Schweiz, weil das Land an Devisenmangel litt. Im Gegenzug durfte er Artefakte aus dem Dreißigjährigen Krieg und optische Geräte von Carl Zeiss Jena erwerben. „Satchmo“ war der erste US-Entertainer, der in der DDR gastierte. Mit seiner Weltklasseband, den All Stars, gab er 17 umjubelte Konzerte in den größten Sport- und Kongresshallen des Landes. Einem westdeutschen Reporter sagte der Musiker später: „Eine solche Begeisterung für Jazz, wie ich sie hinter der Mauer erlebt habe, kenne ich kaum noch.“ Der in Magdeburg lebende MDR-Journalist Stephan Schulz hat zwei Jahre lang in Archiven recherchiert, unzählige Zeitzeugen befragt und so nach und nach die einzige DDR-Tournee von Louis Armstrong rekonstruiert. Entstanden ist das Buch „What A Wonderful World – Als Louis Armstrong durch den Osten tourte“. Wie das Buch entstanden ist?„ Es war vor zwei Jahren, da produzierte ich für MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt einen kurzen Radiobeitrag über die DDR-Tournee von Louis Armstrong. Die Zeitzeugen, die ich dafür interviewt hatte, sprachen so begeistert über Louis Armstrong, als hätten sie ihn erst gestern im Konzert gesehen. Dabei ist alles schon 45 Jahre her. Von ihrer Begeisterung ließ ich mich anstecken. Ich recherchierte in meiner Freizeit weiter und so ist nach und nach dieses Buch entstanden - ein Erinnerungsalbum mit warmherzigen Geschichten aus der Zeit des Kalten Krieges“, erzählt der Autor. Seine Weltpremiere erlebt das Buch über Louis Armstrongs DDR-Tour am 12. März ab 19.30 Uhr auf dem Moritzhof, bevor es dann auf der Leipziger Buchmesse vorgestellt wird. Autor Stefan Schulz präsentiert auf seinen Lesungen auch seltene Fotografien, Schmalfilmaufnahmen und Einspielungen von Original-Tonaufnahmen.














