Live-Rap-Musik in „Alter Gießerei“
Seit seinem 12. Lebensjahr fährt Christopher Leonarczyk voll auf Rap ab. Ausschlaggebend dafür war der Besuch eines Konzertes von Eminem. Die Songs des US-amerikanischen Rappers und Produzenten ließen ihn nicht mehr los. Schon bald darauf setzte er sich selber hin und schrieb Rap-Texte. Unter dem Künstlernamen G-Me Bounce tritt er in Rapkonzerten auf, die er meist auch selbst auf die Beine stellt. Dass ein Rapper durchaus auch boxen kann, bewies „Chrissi“ 2005. Damals wurde er im Mittelgewicht Deutscher Meister. Durchboxen tut er sich immer noch, zwei bis drei Events veranstaltet er jährlich. So auch am 11. September, 20 Uhr in der Alten Gießerei in der Magdeburger Brauereistraße. Und natürlich ist auch er auf der Bühne zu hören, als G-Me Bounce. „Vor allem möchte ich aber noch unbekannten Talenten aus Sachsen-Anhalt eine Chance geben, auf die Bühne zu kommen“, so der 20-Jährige. Nach drei Stunden Live-Rap-Musik wird es auch eine Autogrammstunde geben.
Der große und der kleine Bruder
Mit von der Partie auf der Rap-Party ist Nate 57. Ihn im Konzert zu haben, darüber freut sich Christopher Leonarczyk besonders. Als er durch Youtube surfte, machte er seine Bekanntschaft. „Seine Texte sind absolut wahre Texte“, sagt mir der Magdeburger Rapper, darum wollte er ihn unbedingt für sein Konzert gewinnen. Beide sind gleichaltrig, aber für Christopher ist der junge Hamburger ein absolutes Vorbild, wie er mir erzählt. Kurzum machte er mit dem Manager von Nate 57 einen Termin in Hamburg und machte alles wasserdicht für den Auftritt elbaufwärts. Oswald Achanmpong (29) – mit Künstlernamen Blacky White – ist nicht nur der Manager und Produzent, sondern auch der große Bruder von Nate57. Mich machte das so neugierig, dass ich kurzerhand den Bruder und Manager anrief. Und so erfuhr ich, dass Nate eigentlich Nathan Pedreira heißt und die 57 die letzten Ziffern der Postleitzahl des Karolinenviertels sind, wo sie aufwuchsen. „Erst später sind wir darauf gekommen, dass es ja auch der Geburtstag von Nathan ist, nämlich der 5.7.“, lacht der große Bruder. Wegen Rivalitäten mit Jugendlichen schrieb Nate57 mit 15 Jahren seine ersten Raptexte. Er rappte seine ersten Texte mit amateurhaftem Equipment zunächst in Jugendhäusern. Liveauftritte folgten und er sammelte erste Erfahrungen im Fernsehen. Im Juni erschien sein Debütalbum „Stress aufm Kiez“, dass sich überraschend auf Platz 37 in den deutschen Charts platzieren konnte. In Magdeburg wird Nate 57 auch „Waffenfreiezone“ aus diesem Album zu Gehör bringen. Oswald schätzt an seinem Bruder insbesondere seine Musikalität und Disziplin, denn im Studio wird täglich wie bei einem Volltimejob gearbeitet.
Vom Impro-Virus angesteckt
Er ist verrückt. Verrückt nach Rockmusik! Der 38-jährige Bauingenieur Holger Drews, auch bekannt als DJ „Holliwutt“. Obwohl er die legendäre Zeit des Magdeburger Cafés Impro nicht mehr aus eigenem Erleben kennt, ist er vom Improvirus infiziert worden. Angesteckt von Bands, die dort Magdeburger Rockgeschichte geschrieben und die Szene etabliert haben. So stammt von ihm die Idee, die Improzeit für zwei Tage zurück zu holen. Am 17. und 18. September steigt das große Open-Air Rockkonzert mit bekannten Bands: „Impro im Stadtpark“ – das zweite Mal. Unterstützt wird Holli von einem ebenso Musikverrückten. Thomas Wischnewski, Bandleader und Rhythmusgitarrist der Magdeburger Band „Crossfire“. Da die Neue Deutsche Welle (NDW) im nächsten Jahr 30 wird, steht der Auftaktabend ganz im Zeichen NDW – mit dem Live-Musical „Ich will Spaß“. Hubert Kah, Markus, UKW sind Gaststars. Ebenfalls der zurzeit wohl beste Falco-Interpret Axel Herrig. „Am zweiten Tag“, verrät mir Holger Drews, „wird es eine Zeitreise in die 70er Jahre geben“. Die Hits präsentieren auch Deutschlands Vorzeige-Blues-Band aus Hamburg mit Chris Farlowe und Clem Clempson. Außerdem holt Holli mit „Sweety Glitter & The Sweethearts” die ultimativen deutschen Repräsentanten des Glamrocks auf die Bühne. Die elbestädtische Rocktradition repräsentiert auch die Gruppe „Magdeburg“, die sich für den 18. September zusammengefunden hat. „Wahnsinnig viel Organisation“, gesteht mir Holger Drews. Eigentlich ist er ein Familienmensch und verbringt die Freizeit mit Ehefrau Jana sowie den Töchtern Virginia und Angelina im Wohnwagen am Barleber See. Doch vor und während des Open-Air-Konzertes haben sie sich in die Schar der freiwilligen Helfer eingereiht. Übrings gibt es auch eine Schlechtwetter-Variante: Sollte Dauerregen die Wiesen an der Hubbrücke überschwemmen, stellt Mitveranstalter Sportpark Magdeburg sein Domizil zur Verfügung.














