Ob Klima-, Banken- oder Ehekrise, am Ende liegt man auf dem eigenen Grundstück unter einem schönen Stein und fragt sich: Warum hab ich mich damals eigentlich aufgeregt? Kein Grund zur Beunruhigung also. So ist halt das Leben: Man kommt zur Welt, regt sich auf und kommt oft erst durch das Ableben wieder richtig zur Ruhe. Eine Gesellschaft, deren Ideal die Coolness ist, lebt in Dauerhysterie. Hektik ist zwar gut für die Einschaltquoten, aber schlecht für den Blutdruck. Und selbst eine Staatsverschuldung, die mehr Nullen enthält als die Bundesregierung, muss kein Grund zum Unmut sein. Machen wir uns klar: Der Mann hat als großer Gestalter der Geschichte versagt, verbringt indessen einen Großteil seiner Zeit trinkend unter dem Bettvorleger und gilt unter Damen als niedere Samen streuende Lebensform. Die Zeit der Macher ist vorbei. Jetzt kommen die Schwätzer und Schwätzerinnen. Darüber muss geredet werden... Dieter Nuhr hat mit seinen letzten Programmen „Ich bin‘s Nuhr“ und „Nuhr die Wahrheit“ die erfolgreichsten deutschsprachigen Kabarettprogramme aller Zeiten vorgelegt. Er ist der einzige Künstler, der sowohl den Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte Kabarett als auch den Deutschen Comedypreis für den besten Live-Act erhalten hat. Und er ist der, der heute beide Preisverleihungen für das Fernsehen moderiert. Mehr geht nicht. Nuhr ist für Comedy nicht blöd genug und fürs Kabarett zu lustig. Er ist ein Grenz-gänger in Sonderstellung. Und der Träger des IQ-Preises belegt auch mit seinem neuen Programm, dass sich Intelligenz und Witz nicht ausschließen. Nuhrs Erfolgsrezept: Es wird weder rumgeheult, noch werden die üblichen Stand-punkte dahergebetet. Nuhr verspritzt keinen Geifer, nervt nicht mit dümmlichen Heilungsversprechen, Glücksgarantien oder depressivem Genörgel. Und er verzichtet auf ideologische Zurechtweisungen. Bei ihm gibt es nicht mehr und nicht weniger als zwei Stunden verquere Gedanken zur Zeit, die alles in Frage stellen und trotzdem Spaß machen - hochintelligent und saukomisch – am 4. März in der Magdeburger Stadthalle.















Dieter Nuhr - am 4. März in der Magdeburger Stadthalle