Leichtfüßig-klassizistisch geht es dann auch weiter: mit der erstaunlich selten gespielten Orchestersuite „Der Bürger als Edelmann“ von Richard Strauss, die im Gegensatz zu seinen groß besetzten Sinfonischen Dichtungen als klein besetzte Schauspielmusik zu Molières „Le bourgeois gentilhomme“ konzipiert wurde und im charakteristischen Tonfall des französischen Rokoko daherkommt. Einen ganz eigenen, wieder eher italienisch geprägten Neoklassizismus – seinen lange gesuchten „italienischen Mozartstil“ – entwickelte der Berliner Italiener Ferruccio Busoni 1918/19 in seinem Concertino für Klarinette und Orchester, das sich von deutscher Schwere und italienischer Opernseligkeit gleichermaßen distanziert. Solist ist Magdeburgs Soloklarinettist Georg Dengel. Den Abschluss des Konzertes bildet ebenfalls ein spielerischer Stoff, allerdings aus der weit ruppigeren Feder von Igor Strawinsky: In seiner Ballettmusik „Petruschka“ feiert er nicht nur die tragikomische Kasperl-Figur des russischen Jahrmarkts, sondern findet erstmals zur Technik freier Kombination verschiedenster Motive: Zitate, Volkslied, Walzer, Schlager – alles steht nebeneinander und wird vom Schwung dominierender Rhythmik zusammengehalten.