Das zwischen Paris und Le Mans gelegene Chartres ist eigentlich für seine Kathedrale berühmt, aber nun kommt Syrano, ein Geheimtipp, eine Mischung aus Chanson und Hip Hop. Und es funktioniert. Die weiche, immer mit etwas Wehmut belegte Stimmung des Chansons, teilweise aufgebrochen durch den Beat und die Härte des HipHop. Nichts nimmt dem anderen etwas weg, sie ergänzen sich. Liebhaber der französischen (Volks-)Musik, der Sprache und des Hip Hop bzw. Raps kommen hier alle auf ihre Kosten. Untypisch für den Hip Hop: Die Instrumente, Akkordeon, Schlagzeug, Gitarre und Bass, werden live gespielt, nichts kommt vom Band.

Der 25-jährige Künstler Syrano ist Autor, Komponist, Illustrator und Darsteller einer Zauberwelt, in welcher er entstellten Puppen Leben verleiht, um sie zu Musikern, Gespenstern aus der Kindheit, Spiegel unserer Ängste zu verwandeln. Zwischen Kinderfabel und schauerlicher Poesie mischt Syrano Rap, Volksmelodien, synthetische Laute, nimmt uns mit auf eine innere Reise, sein subtiler und tiefgründiger Stil erinnert an Tim Burton, aber auch an Fellini, Jacques Brel und Akhenaton.