In seiner Fassung demonstriert Regisseur Bernd Kurt Goetz, der gleichzeitig den Faust verkörpert, wie die Regierung Sachsen-Anhalts nicht mit angehäuften Schulden umgehen kann und daraufhin den Vergleich mit historischen Persönlichkeiten der Region sucht. So treten neben Mephisto und Faust auch Otto der Große, dessen Frau Editha, Richard Wagner oder Martin Luther auf. Und dann drängt sich auch noch das Internet als Lebensraum der Menschen des 21. Jahrhunderts in die Handlung. Zu kompliziert? Mag sein.
Dennoch verspricht Goetz den Zuschauern einen heiteren und entspannten Abend. Schließlich habe der literarisch Gebildete seinen Spaß beim Erkennen der Originalzitate, aber auch der unbelesene Bürger werde seine Freude an der Inszenierung haben, prophezeit er überschwänglich.
Der „Bördefaust II“ wird vom 3. bis 28. August jeden dienstags bis samstags jeweils um 20 Uhr in der Magdeburger Feuerwache gezeigt. Dabei findet der erste Teil im Hof statt, der zweite dann auf der Bühne in der Garage. Karten gibt es für einen stolzen Preis von 16 Euro im Vorverkauf und 18 Euro an der Abendkasse, ermäßigt je 6 Euro weniger, bei der Feuerwache unter 0391/602809.
Ob die künsterlisch sehr freie Interpretation von den Zuschauern gewürdigt wird oder diese ihre Freizeit lieber anderweitig genießen werden, wird sich zeigen. Schließlich heißt es schon bei Goethes Faust: „Das ist der Weisheit letzter Schluß: Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muß.“















Die Proben zur Goethe-Goetz-Interpretation „Börderfaust II“ laufen seit drei Wochen auf Hochtouren. Foto: Klimek