Bei dem vielfältigen Angebot von schulischen und betrieblichen Ausbildungen sowie Studiengängen ist das Elternhaus Ansprechpartner Nummer eins. Ihnen professionelle Unterstützung an die Hand zu geben, vor allem in Hinblick auf die Fachkräftebedarfe der Wirtschaft im Land, ist ein Ziel der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) „Schulewirtschaft“ und war Schwerpunkt der Jahrestagung 2010 am Mittwoch in Barleben.

Mit der „Partnerschaft auf Augenhöhe – Eltern-Schule- Wirtschaft“ beschäftigten sich im Innovations- und Gründerzentrum (IGZ) Barleben rund 150 Vertreter aus Politik, Schule, Wirtschaft und Wissenschaft. „Mütter und Väter, aber auch die Großeltern verfügen über einen großen Einfluss auf die Berufswahl junger Erwachsener. Es ist daher besonders wichtig, sie bei Maßnahmen zur Berufsorientierung ins Boot zu holen“, betonte Klemens Gutmann, regiocom-Chef und Präsident der Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt e. V.. Dies unterstrich auch Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Pleye in seinem Grußwort: „Gerade im Kontext der Berufs- und Lebenswegplanung ist ein partnerschaftliches Zusammenwirken von Eltern, Lehrkräften und Schülern von enormer Bedeutung. Dabei darf es aber nicht zu einem einseitigen Informationsfluss von der Schule hin zum Elternhaus kommen. Vielmehr müssen die Eltern auf Augenhöhe eingebunden werden, damit sie den Prozess der Berufswahl ihrer Kinder optimal mit gestalten können.“

Die Elternarbeit in der Praxis war Schwerpunkt der Foren, in die sich die Jahrestagung nach dem gemeinsamen Auftakt gliederte: Neben den Möglichkeiten zur Lehrerfortbildung in der berufsbezogenen Elternarbeit waren insbesondere die Motivation von Eltern sowie die Familienbildung zentrale Schwerpunkte. Hierbei, so verdeutlichte Kirsten Bruns vom Stadtelternrat Magdeburg, sei insbesondere die Art der Ansprache der Eltern ein Schlüssel zur erfolgreichen Integration von Erziehungsberechtigten.

„Für unser Ziel, den Übergang für Schüler in das Erwerbsleben bestmöglich zu gestalten, stehen wir vor neuen Herausforderungen“, resümierte Jana Denke von der LAG die Veranstaltung. Der Erfahrungsaustausch bei der diesjährigen Jahrestagung habe gezeigt, dass in der Praxis der regionalen Arbeitskreise von „Schulewirtschaft“ erkannt worden sei, dass die Erziehungsberechtigten am schulischen Geschehen intensiver beteiligt werden müssten. „Dies gilt vor allem in Zeiten schwindender Schülerzahlen und anspruchsvoller Fachkräftebedarfe bei den Unternehmen der Region“, betonte Denke. Bereits jetzt sei eine Vielzahl von Akteuren mit vielfältigen Methoden, Aktionen aktiv.