Dieses Bratwurstrezept zeigte Christian Völcke den Mitgliedern des Heimatvereins Lemsdorf e.V. Die wiederum legten das Rezept Dirk Cuno, Geschäftsführer der „delikata Fleisch- und Wurstwaren GmbH“ vor: „Kann man die alte Rezeptur auch heute noch herstellen?“ Dirk Cuno bejahte die Frage: „Im Vergleich zu heute üblichen Rostbratwurst-Rezepturen sind bei den um 1924 gängigen Rezepturen Eier und ein deutlich höherer Milchanteil enthalten als heute. Dadurch wird die Wurst heller. Besonders interessant aber ist die aufgeführte Gewürzmischung - ich bin sicher, dass die Lemsdorfer Wurst von 1924 einen ganz besonderen Geschmack hat als er heute üblich ist. Ja, wir könnten Rostbratwürste nach dem alten Rezept herstellen.“ Auf Wunsch des Heimatverein Lemsdorf wird dies auch geschehen. Premiere der alten, neuen Wurst, die der Verein unter dem Namen „Lemsdorfer Lümmel“ anbieten wird, ist beim Lemsdorfer Osterfeuer am Ostersonnabend, 3. April, ab 17 Uhr. Dann werden 1000 „Lemsdorfer Lümmel“ auf der Freifläche an der Ballenstedter Straße/Ecke „An der Klinke“ auf den Grill gelegt. Rezeptur und den Namen hat der Heimatverein beim Patentamt zum Namens- und Produktschutz angemeldet. Astrid Pierau, Vorsitzende des Heimatvereins, hält die Entdeckung des „Lümmel-Rezeptes“ für eine glückliche Fügung: „Vom 4. Bis 6. Juni will ganz Lemsdorf 100 Jahre Eingemeindung feiern. Diese Original-Lemsdorfer Rostbratwurst ist ein tolles Highlight für die größte Party, die Lemsdorf je erlebt ha.“ Zur Eingemeindungs-Jubiläums-Party (Motto „Lemsdorf feiert!“) treten u.a. Künstler wie Achim Menzel, „Cora“, „De Strandfichten“, „Die Lichtensteiner“ oder „Die Original Rottersdorfer Blasmusikanten“ auf. Zum Fest wird auch die „Lemsdorfer Chronik“ Premiere feiern.
Inzwischen hat der Heimatverein Lemsdorf auch ein offizielles Logo für die Rostbratwurst „Lemsdorfer Lümmel“ vorgestellt. Es zeigt eine tanzende Wurst mit der Unterzeile „Ein Frechdachs zum Anbeißen“. Damit nimmt der Heimatverein auf die Doppeldeutigkeit des Begriffs „Lümmel“ Bezug: Zum einen beschreibt der Volksmund damit einen kleinen Frechdachs oder einen aufgeweckten kleinen Jungen, der es faustdick hinter den Ohren hat. Zum anderen versteht man unter einem „Lümmel“ auch eine leckere Bratwurst.
Übrigens: Beim Lemsdorfer Osterfeuer am 3. April 2010 ist noch eine weitere Premiere geplant: Mit einer Dia-Bilder-Show auf großer Leinwand wird an die Geschichte des 937 erstmals urkundlichen Ortes erinnert. Die historischen Bilder sollen auf die „Lemsdorfer Chronik“ aufmerksam machen, die am 4. Juni 2010 in gedruckter Form vorliegt.















Christian Völcke mit dem Bratwurstrezept. Foto: pv