Welche Beziehung haben Sie zu Tierparks? Anja Petzold: Schon seit meiner Kindheit verzaubern und beeindrucken mich exotische Tiere aus fernen Ländern. Nirgendwo sonst ist man diesen Tieren so nah und kann sie genau beobachten. Im Zoo vergisst man die Zeit, es gibt jeden Moment etwas Neues zu entdecken, ein tierisches Vergnügen für die ganze Familie. Diese Artenvielfalt begeistert mich. Nicht umsonst haben die Deutschen Zoos im Jahr mehr als 50 Millionen Besucher. Ein absolutes Muss ist für mich natürlich unsere erfolgreiche MDR-Serie „Elefant, Tiger & Co“.

Was verbindet Sie mit dem Magdeburger Zoo? Vor zehn Jahren habe ich meine Arbeit im Landesfunkhaus Magdeburg begonnen und seit dieser Zeit lebe ich ja auch in dieser Stadt. Als ich vor fünf Jahren den Presseclub Magdeburg gegründet habe, war ich auf der Suche nach starken Partnern und so habe ich 2004 Zoodirektor Dr. Kai Perret kennen gelernt. Genau in diesem Jahr haben wir unseren Hund aus Mauritius mitgebracht, der dort misshandelt wurde und verletzt war. Bei Dr.Kai Perret habe ich mir oft Rat geholt, wenn es um meinen extrem ängstlichen Hund ging, und er wusste somit, dass ich ein großes Herz für Tiere habe.

Was können Sie als Schirmherrin zum Naturschutz beitragen? Es gibt sehr viele Geschichten, die mich beschäftigen. Zum Beispiel das Schicksal des Dodo, einem relativ großen Vogel, der auf Mauritius und Reunion lebte. Die Seefahrer vergangener Zeiten brauchten Frischfleisch und haben viele Tiere getötet. Später war die Gattung vom Erdboden verschwunden und heute existiert sie nur noch Zeichnungen. Bei einigen anderen Arten ist es noch nicht zu spät, obwohl einige der Gattungen es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen würde zu überleben. Aus diesem Grund engagiere ich mich für den Magdeburger Zoo, weil es hier die erfolgreiche „Aktion Naturschutz“ gibt. Dabei helfe ich gern.

Welche Ziele haben Sie? Ich möchte für einen verantwortungsvolleren und sensibleren Umgang mit der Kreatur werben, für ein besseres Miteinander. Wir dürfen die Natur nicht mehr verbrauchen, sondern wir müssen uns wieder bewusst werden, dass wir sie brauchen. Nur so wir können die Artenkrise beenden und daran möchte ich gern mitarbeiten.

Welche Erlebnisse und Erfahrungen verbinden Sie mit Tieren? In meiner Kindheit hatten wir zu Hause einen Hund und ein Meerschwein, oft auch Igelbabys, die wir über den Winter gerettet haben. Ich schwänzte manchmal am Samstag die erste Mathestunde und bin mit ihnen zum Tierarzt gefahren, um ihnen Vitaminspritzen verabreichen zu lassen. Mein Onkel war Förster und so haben wir sie dann zur richtigen Zeit wieder im Wald ausgesetzt.

Zum Hintergrund der Aktion: Das vom Menschen verursachte Artensterben rund um den Globus ist eines der zentralen Themen des Zoologischen Gartens Magdeburg – mit der „Aktion Naturschutz“ verknüpft der Zoo deshalb seine Bemühungen auf dem Gebiet der Zucht bedrohter Tiere mit den Aktivitäten einzelner Artenschutz-Projekte, die sich um den Schutz der Art direkt vor Ort bemühen. So erhalten zur Zeit Schutz-Projekte für Schneeleoparden, Nashörner und Humboldt-Pinguine regelmäßig finanzielle Unterstützung von Seiten des Zoos