Liebe und Tod sind die tragenden Säulen in dem Heimatroman, der in Diepenwarsleben, einem fiktiven Dorf in der Niederen Börde, im „Jahrhundertsommer“ des Jahres 1934 spielt. Erzählt wird das auf historischen Begebenheiten beruhende Schicksal der bildhübschen Anna, die als Waisenkind auf einen geheimnisvollen Gutshof gebracht wird. Ihre auffallende Schönheit sorgt für große Verwirrung und rücksichtslose Begierden. In das Ringen um die junge Frau sind außerdem hohe Nazi-Funktionäre verwickelt, die nicht vor brutalen Verfolgungen und Verhören zurückschrecken.
Mey-Dahl, der selbst in einem Bördedorf aufwuchs, nimmt seine Leser mit in die zurückliegende Welt der dörflichen Idylle, die aber zugleich voller Katastrophen und Abgründe ist. Der Roman hält typische Bräuche, Sprüche und Lieder – und sogar Rezepte – der Börde fest, die ihn zu einem unverwechselbaren Zeugnis machen. Wie kaum ein Zweiter vermag es Mey-Dahl zudem, seinem Vortrag durch den gekonnten Wechsel zwischen Bördeplatt und Magdeburger Dialekt eine ursprüngliche Färbung zu geben und damit auch ein Stück Kultur- und Sprachgeschichte zu bewahren.
Rolf Mey-Dahls Lebensweg ist über den Geburtsort hinaus jedoch ebenso mit der Elbestadt verbunden. Er besuchte hier die Oberschule und erlernte zunächst den Beruf eines Maurers. Später gehörte er lange Jahre zum Magdeburger Schauspiel mit dem damaligen Direktor Peter Sodann an der Spitze. Mey-Dahl war zu DDR-Zeiten in Spielfilmen sowie in Folgen der Serie „Polizeiruf 110“ zu sehen. Nach der Wende leitete er als Direktor und Regisseur das Potsdamer Kabarett „Obelisk" und inszenierte an der „Leipziger Pfeffermühle".
Der Eintritt zur Lesung ist frei.














