Grund für den Besuch des Innenministers war zum einen die Verabschiedung von Luise Malzahn zur im September stattfindenden Judo-Weltmeisterschaft in Tokio. Luise Malzahn nahm von Holger Hövelmann einen Blumenstrauß und die besten Wünsche für ein erfolgreiches Abschneiden entgegen.
Zum anderen nutzte der Minister die Zusammenkunft aber auch, um sich mit den jungen Kolleginnen und Kollegen über ihre Erfahrungen zur Vereinbarkeit von Polizeidienst und Hochleistungssport auszutauschen. Hintergrund dafür ist, dass vor einem Jahr drei junge Spitzensportlerinnen und drei junge Spitzensportler ihre Ausbildung bzw. ihr Studium für den Polizeidienst angetreten hatten. Möglich machte dies eine im Mai 2009 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen dem Innenministerium und dem Trägerverein des seinerzeitigen Olympiastützpunktes Magdeburg/Halle (jetzt OSP Sachsen-Anhalt).
Der Grundgedanke dieser Vereinbarung ist es, Spitzensportlern zu ermöglichen, unter optimalen Bedingungen ihren Leistungssport auszuüben und durch eine gleichzeitige Ausbildung zum Polizeibeamten eine berufliche Perspektive nach Beendigung der sportlichen Karriere zu erhalten.
Innenminister Hövelmann bei dem Treffen: „Das bedeutet für uns, dass wir eine qualifizierte Berufsausbildung mit den Trainings- und Wettkampfplänen unter einen Hut bringen. Auf sportbedingte Ausfallzeiten reagieren wir flexibel, zum Beispiel mit Einzelunterricht oder der individuellen Verlängerung einzelner Lehrabschnitte.“
Laut Innenminister trägt ein Tutor dafür Sorge, Fehlzeiten zu erheben, ausgefallenen Lehrstoff zu ermitteln und das Nachholen der Unterrichtsstunden zu organisieren. So wurde erst kürzlich der Praktikazeitraum von sechs im Einvernehmen mit den Sportlerinnen und Sportlern wegen trainings- und wettkampfbedingter Fehlzeiten verdoppelt.
Hövelmann betonte aber auch, dass bei den dienstlichen Anforderungen, keine Abstriche gemacht würden. „Das Ziel ist für alle gleich definiert – nämlich der erfolgreiche Berufsabschluss mit allen Tests und Klausuren, die dafür notwendig sind. Es ist nur der Weg, der sich von dem unterscheidet.“
Bei der Begegnung in der Bereitschaftspolizei waren neben der Judoka Luise Malzahn auch die Leichtathleten Ronny Heck und Isabell Murawa sowie der Ruderer Chris Hajek mit von der Partie. Die Sportler berichteten sowohl vom sportlichen Verlauf des ersten Jahres als auch von den Erfahrungen in Studium und Ausbildung. Alle zeigten sich mit dem bisherigen Verlauf zufrieden. Während die an den einzelnen Ausbildungsabschnitten beteiligten Dienststellen ein hohes Maß an Flexibilität bei der Planung und Gestaltung der Lehrstoffvermittlung an den Tag legen, zeichnen sich die Sportlerinnen und Sportler ebenso mit hoher dienstlicher Leistungsbereitschaft aus.
Bereits am kommenden Mittwoch, den 1. September 2010, werden weitere zwei Frauen und drei Männer ihr Studium beziehungsweise ihre Ausbildung im Polizeivollzugsdienst beginnen. Es handelt sich hierbei um Athleten der Sportart Leichtleichtathletik sowie um einen Schwimmsportler.















Chris Hajek, Isabell Murawa, Minister Hövelmann, Luise Malzahn und Ronny Heck (v.l.) während der Verabschiedung. Foto: Sichting