Im integrativen Kinder- und Jugendheim, Arche Noah, leben 36 Kinder und Jugendliche und 14 junge Erwachsene bis zum Alter von 30 Jahren. Alle Bewohner der ‚Arche Noah’ sind in unterschiedlichem Maße behindert. Einige haben eine leichte Lernbehinderung, andere leiden unter schwersten Mehrfachbehinderungen: sie sind gelähmt, können weder sprechen noch hören noch sehen und sind rund um die Uhr pflegebedürftig. Manche sind nicht im eigentlichen Sinne geistig behindert, sondern kommen aus schwierigen Familienverhältnissen und sind nicht in der Lage, wie andere Kinder normal zu reagieren. Ihre Lebensgeschichte ist häufig geprägt durch Misshandlung, sexuelle Gewalt oder extreme Vernachlässigung. Sie werden vom Jugendamt und Sozialamt in die ‚Arche Noah’ eingewiesen. Das Jugendheim ist auch für diejenigen Familien oder allein erziehende Mütter da, die ihre behinderten Kinder nicht oder lediglich am Wochenende pflegen können. Die ‚Arche Noah’ arbeitet eng mit den Eltern und den Schulen zusammen. Alle Kinder, auch diejenigen mit schwersten Behinderungen, besuchen Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Behinderung bzw. Lernbehinderung. Ferner gibt es eine Kooperation mit der Körperbehindertenschule und der Sprachheilschule. In kleinen Gruppen von acht bis zehn Mitgliedern versuchen die Mitarbeiter der ‚Arche Noah’, wie in einer Art Ersatzfamilie den Kindern eine gewisse Nestwärme zu bieten - manche Kinder haben niemanden mehr und werden von niemandem besucht. Sie werden darauf vorbereitet, so weit wie möglich ein selbständiges Leben zu führen. Im Laufe der Zeit stellt sich heraus, ob sie allein oder in Begleitung in einer eigenen Wohnung leben können, ob sie weiterhin auf ein Heim angewiesen sind und ob sie etwa den Haushalt erledigen und mit Geld umgehen können. Manche bleiben ihre gesamte Kinder- und Jugendzeit im Jugendheim, manche nur zwei oder fünf Jahre.















Matthias Muth, Bereichsleiter Behindertenhilfe Wohnen; Vorsteher Christoph Radbruch, Vorstandsvorsitzender der Pfeifferschen Stiftungen; Henry Wilke, Autohaus Wilke; und Sohn Marco Wilke (v. l. n. r.) Foto: VA